Im Schlafzimmer - Fenster auf?

Soll ich oder soll ich nicht? Ob das Fenster offen bleiben soll über Nacht, hier scheiden sich die Geister. Im Winter bei Kälte, im Frühling und Sommer beim Pollenflug oder pünktlich zum Partyabend der Nachbarn? Wann ist Öffnen gesund? Und wann eher schädlich?

Bei der Diskussion mit manchen Menschen könnte man glauben, es ginge fast um Religion. Manche vertreten vehement die Position, das Fenster müsse um jeden Preis offen bleiben, egal welche Bedingungen herrschen, koste es, was es wolle. Laut Schlafmedizinern liegt die Idealtemperatur im Schlafzimmer bei ca. 18 Grad Celsius(+/-2). 

Dass Schlafen bei Kälte abhärtet, ist ein mittlerweile bewiesener Mythos. Die Schlafqualität in zu kalten Räumen ist eingeschränkt; dies gilt allerdings ebenso für warme Räume. Problematisch ist bei Kälte nicht nur der Energieverlust innerhalb des Raumes, denn die Wohnung wird insgesamt kälter. Zu bedenken ist auch, dass sich in kalten Räumen vermehrt Kondenswasser an der Wand abscheidet. In Schlafzimmern ist die andauernde Feuchtigkeit wegen der ausgeatmeten Luft übrigens im Schnitt höher sogar als im Bad. Es kann zu Schimmelbildung an der Wand kommen - ein enormes Gesundheitsrisiko für jedermann. 

Im Sommer lässt uns die Hitze auch schlechter schlafen. Fenster auf, kühle Luft rein, kann eine Lösung sein. Ist aber der Lärm draußen permanent nachts da, steht es um die Schlafqualität auch schon wieder schlecht. Das letzte Hilfsmittel bei extremer Hitze (auch draußen), stellen Klimaanlagen dar. Doch auch diese sind mit Vorsicht zu genießen, sie trocknen die Luft in Räumen stark aus - das Atemwegsinfektionsrisiko steigt. Auch muss die Wartung und Desinfektion regelmäßig durchgeführt werden. Sonst prasseln weitere schädliche Belastungen auf den Körper ein.

Heuschnupfen kann auch nachts ein Thema sein. Allergiker lassen das Fenster zu Pollenflughochzeiten deshalb besser geschlossen. Es gibt spezielle Pollenfilter, die, ähnlich wie Fliegengitter, lästige Pollen "draußen stehen" lassen. Auch die Bettwäsche sollte nicht zum Lüften nach Draußen gehängt werden.

Bei allem Abwägen und Maßhalten bleibt ein Fazit bestehen: Ein bisschen Herumexperimentieren hat noch niemandem geschadet. Wenn Sie dabei auf sich hören, finden Sie schnell das gesunde Maß für Ihr persönliches Ich. Denn am Ende gilt: Was gut tut, ist auch gut!

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